Kinder der OGS Weiden bestehen Gürtelprüfung

Am Samstag absolvierten 21 Mädchen und Jungen der offenen Ganztagsschule Weiden erfolgreich ihre Taekwondo Gürtelprüfung.
Im Kurs von Sadettin  Özdemir wurden die Kinder des 2. – 4. Schuljahres jeden Donnerstag theoretisch wie praktisch auf die Prüfung vorbereitet.

13 Kinder erhielten den gelb-weißen, 6 Kinder den gelben und 2 Kinder den grünen Gurt.

Wir gratulieren herzlich und danken Herrn Özdemir.

Ab ins Beet! „Gouleykids“ sollen gesund aufwachsen

Sie wünschen sich, das ihre Arbeit Früchte trägt. Die Projektleiterinnen Claudia Küppers, Ramona Eickmanns, Laura Keller und DKSB Geschäftsführerin Ulla Wessels (v. l). Foto Daniela Lövenich

Ferienspiele in Morsbach vom 15. bis 18. April – Teilnahme auch spontan möglich

Würselen. Gesundheit, Ernährung und Bewegung – das sind die drei Bausteine, mit denen Kindern aus sozial benachteiligten Familien in Morsbach ein gesundes Aufwachsen in ihrem Stadtteil ermöglicht werden soll. Die Würselener Ortsgruppe des Kinderschutzbundes (DKSB), selbst mit einem Stadtteilbüro in der Sozialraumsiedlung angesiedelt, startet nun ein entsprechendes Projekt. Finanziert wird es bis Ende 2020 über den Europäischen Sozialfonds, eingebettet ist es in das Aktionsprogramm „Zusammen im Quartier – Kinder stärken – Zukunft sichern“ des NRW-Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Vor Ort umgesetzt wird es von Sozialpädagogin Claudia Küppers sowie von den beiden angehenden Sozialarbeiterinnen Laura Keller und Ramona Eickmanns.

In den Osterferien erfolgt der Auftakt: Vom 15. bis 18. April werden im Rahmen des Projekts „Gouleykids – Gesundes Aufwachsen in Morsbach“ Ferienspiele mit einem vom sonst üblichen Freizeitverhalten der Kinder abweichenden Programm geboten. „Wir wollen mit den Teilnehmern ab sechs Jahren – nach oben ist die Altersgrenze offen – Bewegungsspiele im Gouleypark machen oder einen Waldtag im Wurmtal verbringen“, verrät Ramona Eickmanns. Auch gemeinsames Basteln und Gärtnern, das Anziehen von Pflanzen oder das Zubereiten gesunder Snacks ist angesagt. „Uns geht es darum, dass die Kinder ihre Umgebung anders kennenlernen und neue Impulse bekommen“, ergänzt Laura Keller. Und DKSB-Geschäftsführerin Ulla Wessels, die den Förderantrag ausgearbeitet hat, weist darauf hin, dass das Projekt auch der Vernetzung dient. „Zusammen mit diversen Kooperationspartnern wollen wir versuchen, die Kinder in die örtlichen Vereinen zu bringen, zum Beispiel in die Kinderfeuerwehr, die Waldjugend oder in Sportvereine. Sie sollen erfahren, wie sie sich in ihrem Wohn- und Lebensumfeld einbringen und aktiv beteiligten können.“ Eine Möglichkeit etwa sei, die Spielplatzsituation in Morsbach zu analysieren, Wünsche zu formulieren und der Spielplatzkommission vorzutragen. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Zunächst einmal geht es darum, eine Gruppe von interessierten Kindern aufzubauen, die Interesse daran haben, auch über die Ferienspiele hinaus am Projekt teilzunehmen. Am Samstag, 27. April, ist bereits eine konkrete Aktion geplant: Dann sollen im Garten des DKSB-Standorts an der Bardenberger Straße Hochbeete aufgestellt und bepflanzt werden. Anschließend möchten die drei Projektleiterinnen jeden Donnerstag ein Treffen anbieten, in dessen Rahmen sich die Kinder spielerisch und handwerklich weiterhin den Themen Gesundheit, Ernährung und Bewegung annähern können.

Warum es sinnvoll erscheint, ausgerechnet den Gouleykids diese Themen zu vermitteln, zeigt ein Blick in die Statistik. Laut der Sozialberichtserstattung der Städteregion ist fast jedes vierte dort lebende Kind (23,7 %) nicht normalgewichtig. Fast ebenso viele Kinder (24,7 %) haben Probleme bei der Körperkoordination. Von den U3-Kindern sind 12,7 Prozent nicht zahngesund, von den Sechsjährigen bereits 38,9 Prozent. „Die Kinder werden in ihrer Lebenswelt abgeholt und erhalten ein Angebot für gesundheitsförderndes Verhalten“, blickt Ulla Wessels voraus. Kooperationspartner wie das AHK Pflege & Service Zentrum sowie Schulen, Kitas oder Vereine sollen bei der Umsetzung mit ins Boot geholt werden. Weitere Infos unter www.gouleykids.de (löv)

 

 

 

 

 

Wir können hier jetzt richtig was reißen“

Der Kinderschutzbund bekommt eine Stelle für Quartiersarbeit in Morsbach bewilligt, „Gouleykids“ geht an den Start |

Machen Quartiersarbeit in Morsbach: Ulla Wessels (Mitte), Geschäftsführerin des Kinderschutzbunds Alsdorf-Herzogenrath-Würselen, Laura Keller (vorne), Ramona Eickmanns (hinten) und Claudia Küppers. Foto: zva/Jan Mönch

Würselen.  Um einen Fingerzeig zu geben, wo der Wirkungsbereich von „Gouleykids“ liegt, braucht Ulla Wessels nicht vor die Tür zu gehen. Es reicht ein Blick durch die Terrassentür der Geschäftsstelle des Kinderschutzbundes in Morsbach.

Man sieht den Innenhof eines großen Wohnblocks, und neben dem Kinderschutzbund ist auch ein großer Teil seiner Klientel ebenda ansässig. Mehr Nähe geht eigentlich nicht.

Wovon gemeinnützige Vereine hingegen selten genug haben, ist Geld für ihre Arbeit. Umso mehr freut sich Ulla Wessels, die Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes für Alsdorf, Herzogenrath und Würselen ist, über eine kürzlich zugesagte Förderung für „Gouleykids“. Eine Stelle wird bis Ende 2020 durch das Landesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales finanziert, und zwar über das Programm „Zusammen im Quartier“. Die Stelle ist auch schon besetzt, Ramona Eickmanns, Claudia Küppers und Laura Keller werden sie sich teilen.

Der Name „Gouleykids“ wurde abgeleitet aus der ehemaligen Zeche Gouley, der Untertitel des Projekts lautet „Gesundes Aufwachsen in Morsbach“.

Dass hinsichtlich der entsprechenden Möglichkeiten im Quartier Abhilfe notwendig ist, belegte Ulla Wessels im Förderantrag mit Zahlen, die durch die Städteregion erhoben worden sind. Ein wichtiger Parameter war, dass die Mindestsicherungsquote bei unter 15-Jährigen in Morsbach bei 18,3 Prozent liegt. Das ist deutlich mehr als in Würselen insgesamt, hier liegt die Quote bei 15 Prozent.

Ferienspiele in den Osterferien

Doch auch bei anderen Armutsindikatoren steht das Morsbacher Quartier nicht gut da: Beispielsweise sind fast 40 Prozent der Sechsjährigen nicht zahngesund, je knapp ein Viertel der Kinder sind nicht normalgewichtig und/oder haben Schwierigkeiten mit der Körperkoordination. Probleme wie diese können Ulla Wessels und ihre Kolleginnen nicht im Alleingang lösen.

Sie wollen aber dazu beitragen, dass vorhandene Möglichkeiten zur Hilfe in Anspruch genommen werden. „Es geht um Bewegung, Ernährung, Vernetzung, Nachhaltigkeit und Partizipation“, sagt Wessels. All das soll vor allen Dingen über die Kinder zustande kommen. Kooperationsveträge mit der Wurmtalschule und der „Elefanten“-Kita des DRK gibt es schon, auch das Jugendzentrum Nautilus oder die Tafel sind nicht weit.

Für Kinder ab sechs Jahren werden in der ersten Osterferienwoche Ferienspiele an der Bardenberger Straße 1 stattfinden, und zwar von Montag bis Donnerstag jeweils von 10 bis 14 Uhr. Danach soll es munter weitergehen mit dem Bepflanzen und Pflegen von Beeten, Bewegungsangeboten, Aktionen im Wald und Kochkursen. Feste Termine werden folgen.

Beim Kinderschutzbund hofft man, über die Arbeit mit den Kindern auch mit deren Eltern ins Gespräch zu kommen. Bei vielen hat Ulla Wessels eine hohe Hemmschwelle festgestellt, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Gerade Landsleute blieben gerne unter sich, zu den Alteingesessenen hin bestehe eine gewisse Abgrenzung.

So bildet sich das, was man im größeren Maßstab Parallelgesellschaft nennt. Bezogen auf Morsbach und besonders den Wohnblock an der Bardenberger Straße spricht Ulla Wessels von einer „Enklave“. Es geht auch darum, deren Grenzen aufzuweichen. Die neu formierte Gruppe ist motiviert und guter Dinge. „Wir können jetzt hier richtig was reißen“, freut sich Ulla Wessels. (jpm) Aachener Nachrichten Nordkreis 12.4.2019

Familienmanager als Herzensaufgabe

Der Kinderschutzbund sucht neue Paten für junge Familien mit Unterstützungsbedarf

– Supersonntag

Birgitte Schwartz (l.) und Vera Quinque (r.) sind überzeugte Familienpatinnen. Ulla Wessels (m.) koordiniert seitens des DKSB / Foto Daniela Lövenich

Kuscheln, spielen, Ausflüge machen, bei den Hausaufgaben helfen – die Aufgabenbeschreibung dieses „Stellenprofils“ lässt aufhorchen. Bewerber können gerne bereits im fortgeschritteneren Alter sein, sollten im Idealfall Erfahrung im Umgang mit Kindern haben (es zählen auch die eigenen) und bereit sein, mindestens zwei bis drei Stunden pro Woche Zeit für ihren „Job“ mitzubringen. Doch obwohl diese Ausschreibung spannend und vielseitig klingt, mangelt es an „Fachkräften“. Und so kommt es, dass der potenzielle „Arbeitgeber“, der Deutsche Kinderschutzbund Alsdorf-Herzogenrath-Würselen, mehrere offene Stellen zu verzeichnen hat. Doch um welchen Job geht es eigentlich genau? „Wir suchen ehrenamtliche Mitarbeiter, die bereit sind, eine Patenschaft für eine Familie zu übernehmen“, bringt es Geschäftsführerin Ulla Wessels auf den Punkt. „Diese Familienpaten bringen Zeit und ein offenes Ort mit, geben Erziehungstipps und kleine Hilfestellungen im Alltag und kümmern sich vor allem um die Kinder.“

„Pool“ an Paten
kleiner als Nachfrage

Bereits seit drei Jahren vermittelt der DKSB die Ehrenamtlichen an Familien, die Unterstützungsbedarf haben. Meist geschieht das über Anfragen seitens des Jugendamtes. Manchmal melden sich aber auch die Eltern selber. Das Problem: Der „Pool“ an Familienpaten ist kleiner als die Nachfrage.

Vera Quinque findet das schade. Sie ist bereits seit drei Jahren Patin und kümmert sich um zwei Familien – eine mit Flüchtlingshintergrund und eine mit alleinerziehender Mutter. „Dieser sehr jungen Frau fehlte einfach Zeit zum Durchatmen. Sie hatte keine Familie vor Ort, die ihr mit dem Baby hätte helfen können. Sie war sehr bemüht, anfangs aber unsicher und überfordert“, blickt Quinque zurück. „Ich konnte ihr mit kleinen praktischen Tipps und Ratschlägen Hilfestellung in Organisations- und Erziehungsfragen geben und habe gesehen, wie sie zunehmend stabiler und sicherer wurde. Das fand ich sehr schön. Ich habe das Gefühl, sie ein Stück weit begleitet zu haben.“ In „ihrer“ zweiten aus Afrika stammenden Familie engagiert sich Vera Quinque nach wie vor, hilft ihnen beim Einfinden ins System, bei Formalitäten und logistischen Herausforderungen wie dem Kauf und Transport einer gebrauchten Küche. Wie viel Zeit sie pro Woche aufwendet, kann und mag die Familienpatin nicht so recht sagen. „Erstens schwankt das, weil es mal mehr und mal weniger zu tun gibt. Und zweitens ist es ja meine persönliche Entscheidung, wenn ich mehr als zwei bis drei Stunden Engagement aufbringe. Ich gebe da mein Herz rein, wachse mit der Familie und vor allem den Kindern zusammen.“ Die Mutter eines erwachsenen Sohnes vergleicht ihre Aufgabe mit der eines Physiotherapeuten im Krankenhaus – denn das war ihr ursprünglicher Beruf. „Positiv begegnen, unterstützen und motivieren“, bringt sie „ihre“ Formel auf den Punkt.

Brigitte Schwartz hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Ebenfalls seit Beginn des Patenprojekts in Würselen betreut sie eine syrische Familie mit vier Kindern. Da eines der Kinder chronisch erkrankt war, lag der Fokus zunächst auf der Betreuung der Geschwister während der Behandlungszeiten. Häufig hat Brigitte Schwartz auch die Fahrten zum Krankenhaus übernommen. Heute, da glücklicherweise alles gut ausgegangen ist, geht es um Freizeitaktivitäten wie Besuche im Tierpark oder um alltäglichere Dinge wie die Anmeldung in einer Kinderturngruppe. „Die Eltern kennen die vorhandenen Möglichkeiten gar nicht“, hat die Familienpatin festgestellt. „Sie sind dankbar, wenn man sie auf solche Angebote aufmerksam macht. Dann ist ihre Bereitschaft zum Mittun auch sehr groß!“ Brigitte Schwartz zieht ihre Motivation in erster Linie aus der Zuneigung der Kinder ihr gegenüber.

„Ich bin für sie eine wichtige Bezugsperson geworden. Ich habe sie lieb und sie fühlen sich bei mir gut aufgehoben!“ Auch das Verhältnis zu den Eltern ist so gut, dass die deutsche Familienpatin und ihre afghanischen Paten mit ihren jeweiligen Familien Heiligabend auf Burg Wilhelmstein gefeiert haben. „Als wir da alle zusammen saßen, war das ein sehr schönes Bild, das mir zu Herzen gegangen ist!“ Vor ein paar Wochen hatte Brigitte Schwartz einen Unfall. Sie stürzte und zog sich einen komplizierten Armbruch zu. „Da hat sich die Konstellation verändert: Meine Patenfamilie hat sich um mich gekümmert und mir Hilfe angeboten. Das war eine sehr schöne Erfahrung!“ Eine zeitliche Begrenzung für ihr Engagement hat sie sich nicht gesetzt. „Wenn ich gebraucht werde, bin ich da. Das ist für mich selbstverständlich. Und ich bin wirklich sehr gerne Familienpatin. Für mich ist das genau das Richtige!“

Pate für kleinen
Fußballer gesucht

Ulla Wessels lächelt bei diesen Worten. Sie weiß, dass sich viele grundsätzlich Interessierte Gedanken darüber machen, sich zeitlich zu sehr binden zu lassen. „Wir freuen uns schon sehr, wenn jemand zwei bis drei Stunden Zeit pro Woche mitbringt. Das hilft schon sehr“, stellt sie klar. Aktuell sucht sie einen bevorzugt männlichen Familienpaten, der bereit wäre, mit einem kleinen Jungen aus Afghanistan etwas Zeit zu verbringen und auch mal Fußball zu spielen. Er hat zwei behinderte Geschwister und kommt dadurch manchmal zu kurz, da der Vater oft auf Montage und die Mutter in die Pflege eingebunden ist. Den Familienpaten muss klar sein, dass sie nicht – wie zum Beispiel beim Projekt wellcome – in funktionierende Familien mit Neugeborenem gehen, sondern dass sie auf Familien treffen, die oft vielfältige Probleme zu meistern haben. Vor einem möglichen Einsatz sollen sich deshalb beide Seiten kennenlernen und schauen, ob die Chemie stimmt. Die Familienpaten nehmen an Schulungen über Kommunikationstechniken oder Erste Hilfe teil. Auch der Erfahrungsaustausch untereinander wird regelmäßig gepflegt.

Interessierte wenden sich an Ulla Wessels, Tel. 02405/94488, E-Mail: dksb.wuerselen@t-online.de

 

 

 

 

Familienpaten sind sehr gefragt

Drei, die sich für Würselener Familien einsetzen: Projektleiterin Ulla Wessels (Mitte) mit den beiden Patinnen Vera Quinque und Laurentina G. (links). Foto: Ute Steinbusch

WÜRSELEN Die nackten Zahlen sind nicht besonders beeindruckend, doch die individuellen Ergebnisse und Erfahrungen, das ausgesprochene und unausgesprochene Feedback sind riesig: Seit etwas mehr als drei Jahren hat der Kinderschutzbund in Würselen das Projekt Familienpaten in die Hand genommen.

Aktuell betreuen sechs Patinnen neun Familien. So wie Laurentina G., die sich einmal pro Woche rund zwei Stunden Zeit nimmt, um die Kinder „ihrer“ Familie zu betreuen, ein wenig Freiraum für die Eltern zu schaffen und das einzubringen, was sie selbst nicht gehabt hat: das familiäre Rückgrat, das unterstützt, wenn es notwendig ist.

„Die Familie hat ansonsten keine Verwandtschaft in der Nähe, die mal einspringen könnte“, berichtet sie. Sie kümmert sich gerne um die Kinder und musste dabei für sich und „ihre“ Familie ausloten, wieviel Hilfe einerseits erwünscht und andererseits leistbar ist.

„Das Projekt Familienpate beruht auf dem Einsatz von Ehrenamtlern. Das ist hier kein Oma-Opa-Projekt, wie es sie anderswo zum Beispiel auch gibt, sondern ein ‚in-der-Woche-Projekt‘, für das ein Ehrenamtler rund zwei bis drei Stunden pro Woche für die jeweilige Familie aufwendet“, schildert Ulla Wessels, Geschäftsführerin des Kinderschutzbunds mit Sitz an der Bardenberger Straße.

Aktuell sucht der Kinderschutzbund dringend nach Verstärkung. Neben der Betreuung der Familie, deren Zusammenführung mit dem Paten sensibel erfolgt – die Chemie muss stimmen –, sind alle sechs Wochen Austauschtreffen der Paten untereinander und drei- bis viermal im Jahr Fortbildungen im Konzept inbegriffen. Ein Familienpaten-Anwärter muss zudem ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorweisen, immerhin geht es um die enge Betreuung von Kindern.

Vera Quinque ist eine weitere Patin. Sie betreut derzeit zwei alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern und seit kurzem zudem eine Flüchtlingsfamilie. „Über die letzten drei Jahre haben sich die Kinder in meinen Familien so toll entwickelt, das macht richtig Spaß zuzusehen.“ Sie konnte die beiden alleinerziehenden Mütter sogar vernetzen, so dass diese nun auch mal gemeinsam ins Schwimmbad gehen. Einem Jungen im Kindergartenalter hat sie das Vorlesen derart schmackhaft gemacht, dass der nun auf ihren nächsten Besuch brennt, um sich neue Bücher mit ihr zusammen vorzunehmen. „Er hatte eine Hörspielmöglichkeit und hat damit Käpt’n Sharky gehört. Als ich ihn mal gefragt habe, was denn die ganzen Schiffsausdrücke bedeuten, hatte er gar keine Vorstellung. Deshalb lese und arbeite ich nun zuerst mit ihm die Bücher durch, damit er im Anschluss die Hörspiele überhaupt richtig verstehen kann.“ Die engagierte Patin hat beispielsweise bei Möbelanschaffungen schon geholfen, denn in ihrer Familie stehen Hänger und Anhängerkupplung bereit, der Elektriker ist nicht weit.

Doch Ulla Wessels stellt heraus: „Jeder Pate bringt ein, was er oder sie kann und leisten will.“ Bei Vera Quinque geht es auch mal um lebenspraktische Hilfe für die Eltern, wenn zum Beispiel eine Bewerbung zu schreiben ist. Oft sind die Mütter auch froh, Rat und Hilfe von einer Person zu bekommen, die über etwas mehr Lebenserfahrung verfügt.

In ihrer Flüchtlingsfamilie wiederum sieht Vera Quinque ganz neue Herausforderungen. Das Jugendamt hatte den Fall dem Kinderschutzbund angetragen, da die Tochter im Sommer eingeschult werden soll. Doch es mangelt an vielem. „Das Wort Bügeleisen kommt im Kindergarten nicht vor, und die Familie hat zwar Hilfe in der Rückhand, allerdings von Menschen aus ihrer Nachbarschaft mit demselben Migrationshintergrund. Wenn ich nach einem Eimer frage, schaue ich erst mal in verständnislose Gesichter.“ Hier muss sich Vera Quinque selbst am Riemen reißen. „Eigentlich müsste ich mich dort sieben Tage die Woche sehen lassen, aber das ist nicht möglich.“ Deshalb schafft sie, was ihre Möglichkeiten erlauben. Vera Quinque und Laurentina G. haben ihr Patenamt übrigens beide übernommen, nachdem sie von dem Projekt in der Zeitung gelesen haben. Ihr großer Wunsch ist Verstärkung, vielleicht sogar der ein oder andere Mann, der die bislang ausschließlich weiblichen Paten ergänzen würde.

„Die Ehrenamtler leisten hier ganz wichtige Arbeit und werden damit nicht allein gelassen, denn wir reflektieren in der Gruppe das Erlebte. Unser Projekt hat schon vielen geholfen, und wir möchten es für weitere Familien öffnen“, berichtet Ulla Wessels. Die Finanzierung des Projekts für Würselen läuft über die Stadt und mithilfe von Spenden. Ulla Wessels nennt keine Grundvoraussetzungen für die Unterstützung auf Seiten der Familien, auch wenn sie gewichten muss, wenn mehrere Anfragen vorliegen. Allein, mehr Ehrenamtler braucht’s!

Der Deutscher Kinderschutzbund freut sich über Paten-Anwärter, die sich telefonisch unter 02405/94488 oder per Mail unter ulla.wessels@kinderschuetzer.info an die Projektleiterin wenden können.

(ust)

Neuer Aufbaukurs

Starke Eltern – starke Kinder®

Erziehung ist nicht immer kinderleicht …
Abendkurs für Eltern von Kindern im Grundschul- und Kindergartenalter

Grenzen setzen, Freiheiten gewähren – fördern und fordern, reden und handeln – nicht immer wissen Eltern, was sie tun sollen. Und das ist ganz normal und gehört zum Erziehungsalltag dazu. Der Kurs baut auf die Erfahrungen des Grundkurses auf, bietet ebenfalls Austausch und hoffentlich gute Erfahrungen, wie Erziehung positiv gelingen kann.

Aufbaukurs

Beginn: Montag, 27.05.2019 20.00 – 22.15 Uhr
5 Abende (außer 10.06. Pfingstmontag – Ersatz ist der 1. Juli)
Kosten: 29,-€ Einzel/39,-€Paar/10,-€ Geringverdiener

Ort: Familienzentrum Montessori-Kinderhaus „Klatschmohn“, Helleter Feldchen 77, 52146 Würselen
Referentin: Petra Daun, Erzieherin und Elterntrainerin
Anmeldung bis zum 20.05.2019

DKSB Bardenbergerstr. 1, 52146 Würselen
Tel.: 02405/94488 oder dksb.wuerselen@t-online.de

Wir freuen uns auf Sie!

Montessori-Kinderhaus sucht Erzieher (m/w/d)

Aktuelle Stellenangebote:

Montessori-Kinderhaus sucht Erzieher (m/w/d)

Das Montessori-Kinderhaus sucht zum nächstmöglichen Termin

Fachkräfte

Wir wünschen uns langfristig engagierte und offene Fachkräfte mit viel Freude und Liebe an der Arbeit mit den Kindern. Grundkenntnisse in der Montessori-Pädagogik wären ideal und das Interesse an vertiefenden Kenntnissen sollte vorhanden sein. Falls noch keine Grundkenntnisse vorhanden sind, werden die Kosten für ggf. notwendige Fortbildungen von uns übernommen.

Wir bieten tarifliche Bezahlung nach TVÖD SuE, ein engagiertes und nettes Team, Fortbildung, Supervision und die Übernahme der Kosten für Montessori Fortbildungen.

Voraussetzung ist, dass Sie teamfähig und belastbar sind, Interesse an der Montessori-Pädagogik haben, und auch bereit zu Fort- und Weiterbildungen in diesem Bereich sind.

Die Altersstruktur unserer Gruppen liegt bei 2-6 Jahre.
Die KiTa ist als Familienzentrum anerkannt.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

Kurzbewerbung an unsere Geschäftsführerin Frau Wessels per Email dksb.wuerselen@t-online.

Über uns:

Unsere KiTa ist als Familienzentrum zertifiziert und betreut z.Zt. in fünf Gruppen Kinder im Alter von 2 – 6 Jahren. Wir arbeiten gruppenübergreifend.
Vollzeit und Teilzeit ist möglich. Unsere Öffnungszeiten liegen zwischen 7.00 und 16.15 Uhr.

 

Danke an die Spender

 

Würselen. Auch im vergangenen Jahr haben viele Bürger in der Städteregion wieder für die Arbeit des Deutschen Kinderschutzbundes vor Ort gespendet. Im Rahmen der Weihnachtsbaumaktion, die diesmal in den Räumen der Sparkasse am Morlaixplatz stattfand und wo Geschäftsstellenleiter Jochen Hildebrand (r.) auch zur Scheckübergabe eingeladen hatte, kamen 2800 Euro zusammen. „Dies ist zwar leider das geringste Ergebnis seit Bestehen der Aktion, die 2011 ins Leben gerufen wurde. Die Spendenbereitschaft der Menschen bleibt zwar auf einem hohen Stand, verteilt sich aber mehr“, bedauert Ulla Wessels, Geschäftsführerin des Kinderschutzbunds Alsdorf/Herzogenrath/Würselen. „Wir danken allen treuen Spendern, die jedes Jahr an uns und unsere Arbeit für Kinder und Familien denken.“ Eingesetzt werden die Mittel zum Beispiel für die Betreuungseinrichtungen an drei Grundschulen, um Kindern einen gesunden Snack anzubieten. Ebenfalls gehen Spenden in das Projekt der Familienpaten, die sich ehrenamtlich um belastete Familien kümmern. In Herzogenrath wird die sozialpädagogische Kinder- und Jugendgruppe unterstützt.

Foto: Daniela Lövenich, Supersonntag

 

Falscher Spendensammler wieder unterwegs

Und schon wieder wird der Kinderschutzbund angerufen, dass ein falscher Spendensammler im Namen „des Kinderschutzvereins Würselen“ in Aachen-Verlautenheide unterwegs ist!

Bei diesem Spendensammler, den der Kinderschutzbund schon angezeigt hat, handelt es sich nicht um jemanden aus unserem Verein! Im Gegenteil, haben unsere Recherchen eine sehr dubiose Vereinigung ergeben.

Leider hat sich seit Sommer noch nichts ergeben diesem Spendensammler das Handwerk zu legen, und so sammelt er munter in der gesamten Region – bis Köln – weiter!

Wichtig: Der Deutsche Kinderschutzbund führt keine Haussammlungen durch!